Darum liebe ich Survival-Games (auf dem Weg zum Pen & Paper RPG)

Survival in Rollenspielen

Sei es Minecraft, Terraria, ARK, No Man’s Sky, The Forest oder 7 Days 2 Die (in einem geringen Maße auch Fallout 4). Ich mag diese Survival-Games. Der erste D&D Hexcrawl wurde meinem Wissen nach mit den Regeln, bzw. auf dem Spielbrett eines Spiels namens Outdoor Survival (Link zu BoardGameGeek) gespielt. Dabei musste man sich mit Tieren herumschlagen, Essen und Wasser suchen, und sich mit allem Beschäftigen, was Mutter Natur so zu bieten hatte, inkl. Krankheiten.

Das ganze findet sich auch ein wenig in den D&D Regeln von damals wieder. Trinken und Essen, heute gerne aufgrund der Komplexität von vielen übergangen, wilde Tiere statt Monster und der Kampf um das Überleben können bei einer solchen Spielart im Mittelpunkt stehen. Das freie Erkunden einer Karte macht mir persönlich mehr Spaß als das reine Spielen eines Abenteuers.

Aus diesem Grund könnte ich auch immer wieder Stunde um Stunde an Spielzeit in die oben genannten Spiele versenken. Es ist weniger der kreative Aspekt, als mehr das Erkunden, das Höhlen, Basen, Dörfer finden, was mich begeistert. Ja, ich baue auch gern, laufe aber viel lieber herum oder stelle mich selbst gestellten Herausforderungen.

Seit Jahren möchte ich gerne eine Survival Pen & Paper Kampagne spielen. Es gibt dabei viele Ansätze und sie gefallen nicht jedem. Den besten Ansatz für eine Art Survival-Kampagne sehe ich bei den Computerspielen entweder in ARK oder 7 Days 2 Die. ARK hat eine schöne In-Game-Erklärung für das Respawnen von Personen und bei 7 Days 2 Die findet man einfach auf die Schnelle mal einen neuen Überlebenden – der Klassiker halt.

Pen & Paper als Survival-Emulator

Was muss aber ein Pen & Paper Rollenspiel, welches ein Survival-Computerspiel emuliert, bieten. Die Frage ist natürlich individuell zu klären, jedoch will ich hier die für mich wichtigsten Eigenschaften auflisten.

Wenn ich Spieler in solch einem Spiel wäre möchte ich:

  • Durch erkunden mehr über die Spielwelt erfahren
  • Mich selbst gegen die Umstände schützen können
  • Bauen, Craften und Überleben – große Pläne schmieden und sie durchführen
  • Ich möchte das Spiel auf meine Weise spielen – langsam, schnell, vorsichtig, aggressiv oder ein guter Mix

Das führt mich zu den folgenden Eigenschaften

  • Die Charaktere erhalten Erfahrung für Meilensteine, selbst gesteckte Ziele und für das erstmalige Erkunden unbekannter Gebiete
  • Ich muss Mittel und Wege haben mich zu verteidigen: Waffen, Häuser, Gerätschaften nach eigenen Vorstellungen – es muss also flexible sein.
  • Handwerk fällt in vielen Rollenspielen sehr mäßig aus, entweder ist es zu komplex oder zu simple. Es muss also eine gute Basis bieten, auf der man aufbauen kann.
  • Die Spieler schreiben den Plot selber, ein Metaplot existiert nicht oder kann auf alle möglichen Arten angegangen werden.

Die Systeme meiner Wahl

Ich habe eine nicht unbedingt kleine Auswahl von Rollenspielen zur Verfügung und doch erfüllt so gut wie keins meine Ansprüche an ein Survival-Rollenspiel nach Art der Computerspiele. Das größte Manko stellte bisher eindeutig das Crafting/Handwerk dar.

Erfahrungen für Meilensteine und das Erkunden ähnlich wie in Fallout 4 ist ein einfacher Hack, den man durchaus in alle Spiele einbauen kann und bei so manchem Spiel (Numenera und The Strange) schon explizit enthalten ist. Statt Abenteuer gibt es halt eine reichhaltige Karte, die die Spieler erkunden können und immer dann, wenn die Gruppe das erste Mal einen besonderen Ort, eine Ruine oder einen Dungeon findet hagelt es Erfahrungspunkte. Dies spiegelt wieder, wie die Charaktere mehr über die Welt lernen, in der sie sich befinden.

Es muss eine Menge Gegenstände und Equipment geben – und es muss baubar sein. Das wirft die Frage auf, ob man sich ein System wie das HERO-System schnappen möchte. Auch als alter Hase im HERO-System würde ich jedoch verneinen, dass das System eine situationsbedingte Flexibilität hat – der Grund ist einfach: nicht jeder Spieler wird das System so gut kennen und selbst ich als großer HERO-System-Fan kenne nicht mal ansatzweise alle wichtigen Faktoren um mal eben schnell einen Gegenstand zu entwerfen.

Das Crafting-System im neuen The Witcher Rollenspiel ist in der Tat gut geeignet, müsste jedoch noch um das ein oder andere ergänzt werden. Außerdem ist es halt mit seinen Crafting-Rezepten an der Welt von The Witcher ausgerichtet. Daher müsste man sich einige Survival-Spiele zum Vorbild nehmen und selbst entsprechende Rezepte schreiben. Ich sage nur 3 x Stein und 2 x Holzstöcke ergibt eine Steinhacke 👍

Ich tendiere im Moment immer noch zu The Strange als Spiel und Survival-World wird eine Recursion. Ich glaube ich habe schon einmal kurz etwas zu The Strange gesagt und geschrieben – würde das dann aber bald mal im Detail erklären. Das elegante Crafting-System wird on-top gepackt.

Bleibt die Story.

Story in Survival-Spielen

Mit der Story in Survival-Spielen ist das so eine Sache. Oftmals wird diese in Bruchstücken erzählt oder auch einfach gar nicht. So hat Minecraft zwar am Ende den Enderdrachen und dann kommen die Credits, eine richtige Story entsteht aber nur durch die Interaktion der Spieler mit ihrer Umgebung. ARK hat eine Story und diese zieht sich mittlerweile über 3 recht große DLCs – dabei wird die Story der ARKs durch gefundene Texte erzählt.

Haben diese Texte Auswirkungen auf die Spieler? Nein, aber sie bieten eine farbige Hintergrundgeschichte. Von den aufgezählten Spielen würde ich nur No Man’s Sky und The Forest als „Storylastig“ bezeichnen. Man kann theoretisch die Story ab einem gewissen Punkt ignorieren. Ich kenne genügend YouTuber, die nie das Ende von The Forest gesehen haben. Nach dem Motto „Scheiß auf Timmy!“.

No Man’s Sky habe ich erst vor kurzem angefangen. Es scheint aber eine Story und ein Ziel zu geben.

Was benötigt man also für eine Ausgangssituation?

Flugzeugabsturz? Erwachen aus dem Kälteschlaf? Reise durch ein Portal? Absturz auf einem fremden Planeten? Klone und Amnesie?

Das sind alles Möglichkeiten. In meinem Fall würde die Kampagne in Survival-World starten nachdem die Charaktere mit einer Hammerbirne nach einem missglückten Wechsel in einer fremdartigen Welt aufwachen. Verstreut liegen Notizblätter von anderen Reisenden, aber es fehlen viele Seiten. Wie kommt man zurück und wie reist man weiter werden die zwei Fragen sein, die sich die Charaktere stellen müssen.

Und natürlich die Frage „Was macht man nun in dieser Welt“? Auf jeden Fall eine Sache – überleben!

Egal für was eine Story man sich in einem Survival-Spiel man sich entscheidet, am Ende müssen die Spieler mitziehen. Auch deswegen ist The Strange eine gute Idee für so einen Ausflug. Sollten die Spieler keine Lust mehr auf Survival haben kann ein Wechsel in eine andere Recursion stattfinden und ruck zuck sind die Charaktere in einer anderen Welt – wie ich mich kenne Bioshock, Fallout, System Shock oder ein anderes Computerspiel meiner Wahl. The Strange Charaktere entdecken Tamriel vor dem ersten Teil der Elder Scrolls Reihe – groß genug für eine Recursion aufgrund eines fiktionalen Lecks (schlimme Übersetzung, ich weis) ist die Welt alle mal.

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